März 12, 2018 Comments(0)

    Indien für Anfänger – ein Reiseguide

    Ist es nicht wunderbar, sich die Welt anzusehen? Das Reisen in verschiedene Länder öffnet ganz neue Horizonte. Man kann sich von den Kulturen dort inspirieren lassen und kommt gleichzeitig ein wenig aus seinem eigenen Alltagstrott heraus. Ich glaube, dass es für den menschlichen Geist ab und zu gut ist, sich einfach mal in unbekannte Gefilde zu wagen. So bleibt man langfristig offen und flexibel und hat die ein oder andere nette Geschichte zu erzählen. Heute soll es hier um Indien gehen.

    Indien ist das perfekte Land für Menschen, die einmal komplett loslassen und sich ins bunte Chaos schmeißen möchten. Es ist ein Land für alle Sinne und bietet so wahnsinnig viele Möglichkeiten, mit ganz vielen fremdartigen Dingen in Berührung zu kommen. Habe ich dir Appetit gemacht? Du möchtest unbedingt einmal nach Indien reisen und hättest gerne Tipps für die ganze Organisation und das Leben vor Ort? Bitteschön – lies weiter!

    Wie komme ich überhaupt nach Indien?

    Nun, vermutlich mit dem Flugzeug, nicht wahr? Ganz so einfach ist es leider nicht. Unter Umständen kann es schon einmal einige Zeit dauern, bis man alle Infoseiten zusammen gesucht hat. Da Indien nicht in Europa ist (wer hätte das geahnt!), brauchst du zunächst ein Visum. Seit nicht allzulanger Zeit bietet Indien ein “Visa on arrival” an, welches man bei der Einreise in Indien vor Ort bekommt. Es gilt allerdings nur 30 Tage lang. Ein reguläres Touristenvisum erhält man beim Ausfüllen dieses Formulars. Welche Formulare und Bilder du zusammen mit dem Reisepass an welche Botschaft schicken musst, erfährst du hier. Wohnst du beispielsweise in Bayern, musst du deinen Visum-Antrag nach München schicken.

    Ein Touristenvisum für ein Jahr kostet momentan (Stand 12.03.2018) zusammen mit dem Kurierservice 127,80€. Mit diesem Visum darfst du dann ein Jahr lang Indien bereisen, allerdings immer nur 90 Tage am Stück. Frag mich jetzt nicht, wer diese sinnvolle Regel eingeführt hat… 😉

    Klebt das Visum im Reisepass, brauchen wir noch einen Flug. Direkflüge gibt es bei Airindia von Frankfurt am Main nach New Delhi. Wenn man relativ früh bucht (das heißt ca. 3 bis 4 Monate im Voraus), kann man schon Flüge für knapp 500€ ergattern. Bei einem Airindia Flug sind zweimal 23kg Freigepäck und einmal 7kg Handgepäck pro Person inclusive. Funfact: Buchst du direkt auf der Homepage der Airline, kannst du Essens-Präferenzen angeben – die vegane Mahlzeit habe ich tatsächlich bekommen! Schließlich möchte man bei einem achtstündigen Flug ja nicht zwangsläufig hungern…

    In Indien gestrandet – und jetzt?

    Nach circa drei Bollywood-Filmen on board steigst du völlig übermüdet aus dem Flieger. Du bist nachts geflogen und bewegst dich nun morgens durch die Gepäckausgabe und die Passkontrolle am Indira Gandhi International Airport (Flughafen beliebig austauschbar) in Richtung Ausgang. Bevor du im Zombi-Modus weiterschlurfst, suche den ATM in der Flughafen Vorhalle. Du könntest wahrscheinlich erst einmal ein wenig Geld gebrauchen. Apropos Geld: 1€ entspricht etwa 80,1490 Indischen Rupien (Stand 12.03.2018). An einem Schalter kannst du maximal 10.000 Rupien auf einmal abheben (ca. 125€). Wenn du auf der sicheren Seite sein willst, dann nimm sowohl eine EC als auch eine Kreditkarte mit. Da die Automaten oft leer sind (Cash ist in Indien wertvolles Gut, welches gehortet werden sollte… genauso wie Toilettenpapier, wenn du kein Fan von Bidets bist!), ist es ratsam, immer auch Euros bei sich zu tragen, um wechseln zu können.

    Zurück am Flughafen. Kämpfe dich nach dem Hinausgehen am besten an allen Gepäckträgern, Taxifahrern oder sonstigen Menschen, die dir irgendetwas anbieten möchten (erkennbar an den vielen “Yes Sir!/Yes Madam!” um dich herum), vorbei und gehe zum Prepaid Taxi Stand. Dort bekommst du ein Taxi, das du nach staatlich festgelegten Preisen bezahlst und wirst nicht, wie meistens der Fall, um den doppelten Preis erleichtert.

    Wie bleibe ich in Indien gesund?

    Wenn du nun erst einmal in Indien bist, Geld hast und idealerweise auch schon eine Unterkunft – ich habe mit Airbnbimmer gute Erfahrungen gemacht – dann kann es quasi einfach losgehen! Einige Dinge solltest du allerdings noch beachten. Ein ganz großes Stichwort, mein/e liebe/r Leser/in, ist Hygiene. Wenn du nicht möchtest, dass du die berühmte Reisekrankheit bekommst und deinen halben Urlaub auf der Schüssel verbringst, achte bitte darauf, dass du NIEMALS Wasser aus dem Hahn trinkst. Oder damit Zähne putzt. Oder es beim Duschen in deinen Mund laufen lässt. Das einzige Wasser, das du trinken darfst (auch in Restaurants!) ist “bottled water”, also Trinkwasser aus der Flasche. Damit solltest du auch deine Zähne putzen. Dennoch hat man herausgefunden, dass circa ein Drittel aller Trinkflaschen nicht original verschlossen sind, sondern wieder mit Leitungswasser aufgefüllt wurden. Das Plastik steht manchmal lange in der Hitze und kann dann zusätzlich Schadstoffe in das Wasser abgeben.

    Was du dann überhaupt trinken sollst? Mein Tipp an dieser Stelle ist LifeStraw oder eine vergleichbar starke Filterflasche. Du kannst diese immer bei dir tragen und sie bedenklos aus dem Hahn wieder auffüllen – dieser Filter filter alles. Inclusive Exkremente. Sieh selbst:

    Eine weitere Option für Tee- und Kaffeefans ist ein Tauchsieder, der das Wasser vor dem Trinken abkocht.

    Was indisches Essen betrifft: es ist scharf. Finde dich damit ab. Die indische Küche ist in meinen Augen eine der besten überhaupt. Schreib mir gerne in die Kommentare, ob ich einen Indien Essens-Guide schreiben soll. Was du definitiv vermeiden solltest: Rohkost (dieses wird mit Leitungswasser gewaschen), Chutneys von Straßenständen, Fleisch und Eiswürfel in Getränken (Leitungswasser…).

    Welche Tipps gibt es sonst noch?

    Die Fortbewegung kann in Indien auf unterschiedliche Art und Weise erfolgen. Neben den uns bekannten Bussen und Zügen gibt es außerdem sogenannte Rikshas und Autorikshas, auch Tuktuks genannt. Beide kann man sich einfach am Straßenrand herbeiwinken und muss sich dann aufs Verhandeln gefasst machen. Wie sich ein Streckenpreis errechnet, hängt nämlich leider auch von der Hautfarbe ab – als weiße Geldbeutelträger werden wir da grundsätzlich schon einmal finanziell höher eingestuft. Es gibt verschiedene Vorgehensweisen, wie man an einen fairen Preis kommt. “मीटर से चलाइए” (meter se chalaiye) fordert den Fahrer dazu auf, das Taxameter einzuschalten, das für gewöhnlich aus ist. Leider lassen sich die wenigsten darauf ein und bei einer Fahrradriksha gibt es so etwas sowieso nicht. Man muss sich also des öfteren darauf gefasst machen, mehr zu bezahlen – wir sprechen hier aber insgesamt von winzigen Beträgen um die 5€.

    Eine weitere sehr komfortable Reiseart ist per App: Uber für die größeren und Ola für die kleineren Städte. Der Fahrer holt dich im Taxi an der Stelle ab, wo du stehst und du bezahlst am Ende der Fahrt bequem in bar.

    So viel zu sehen in Indien!

    Du möchtest noch mehr wissen? Du willst die besten Tipps für Reiseziele, Restaurants, Shopping und vielem mehr in Indien? Möchtest vielleicht ein paar Worte Hindi lernen? Oder nach deiner Reise indisch kochen lernen? Sag mir was dich interessiert und ich werde darüber schreiben. नमस्ते!

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