Dezember 7, 2017 Comments(0)

    Jagua und hinduistische Göttinnen

    Was ist Jagua?

    Seht euch einmal das Beitragsbild an. Eine hübsche Dame in einem dunklen Blau ziert die weibliche Hand. Das ist kein Henna. Es ist schon gar kein schwarzes Henna (siehe hierzu auch Schwarzes Henna). Die hier verwendete Farbe wird aus der Jagua-Frucht hergestellt. Die Pflanze, deren botanischer Name Genipa americanalautet, wächst in Südamerika. Der Saft dieser Früchte färbt die Haut in einem dunkelblauen bis schwarzen Farbton. Ganz natürlich, ohne Chemie.

    Genipa americana

    Um den Saft henna-ähnlich auf die Haut auftragen zu können, gibt man verdickende Substanzen, die zum Beispiel auch in Naturkosmetik Einsatz finden, dazu und erhält dann ein zähflüssiges Gel. Dann braucht man eigentlich nur noch eine Tube mit einem dünnen Aufsatz und kann seiner Kreativität auf der Haut freien Lauf lassen.

    Wie wirkt Jagua?

    Jagua wirkt auf der Haut ähnlich wie die Hennapflanze. Die oberste Hautschicht wird eingefärbt, sodass die Farbe ein bis zwei Wochen zu sehen ist, danach aber wieder verschwindet. Daher ist Jagua, wie Henna auch, ein temporäres Tattoo.

    Anders als Henna sollte die Jagua-Farbe maximal drei Stunden auf der Haut einwirken. Wenn man das Gel dann abwäscht, ist die Überraschung erst einmal groß: Es ist nichts zu sehen. Die Farbe entwickelt sich erst durch Wärme und Kontakt mit der Luft. Die dunkelste Färbung wird nach ungefähr 24 Stunden sichtbar.

    Wo ist Jagua erhältlich?

    Meine ersten Erfahrungen mit Jagua habe ich mit dem Produkt “MyJagua” gemacht. In dem Onlineshopkönnt ihr eine kleine Tube Jagua Gel mit Applikator für 16€ erwerben. Die Farbe ist sehr ergiebig und kann, wenn einmal angebrochen, im Gefrierfach eine ganze Weile aufbewahrt werden.

    Jagua

    Die Handhabung ist wirklich fantastisch, da spreche ich eine ganz offene Empfehlung aus. Es werden unterschiedliche Applikatoren angeboten. Auch für wirklich feine Motive, wie die Kali auf dem Beitragsbild, ist das Gel also wunderbar geeignet.

    Warum streckt die Dame auf dem Motiv die Zunge heraus?

    Große, gazellenartige Augen, prachtvoller Kopfschmuck, ein drittes Auge auf der Stirn und eine herausgestreckte Zunge – darf ich vorstellen? Die hinduistische Göttin Kali. Kali ist die Göttin des Todes und der Zerstörung. Ihr dürft das aber nicht falsch verstehen. Sie ist nicht das manifestierte Böse. Sie spielt nur eine entscheidende Rolle im zyklischen Denken des Ostens.

    Neues kann nur entstehen, wenn Altes vergeht. Stellt euch mal vor, alles würde immer nur geboren werden und wachsen, aber niemals sterben. Es wäre bald kein Raum mehr da, der noch gefüllt werden kann. Dinge müssen zunächst einmal vergehen, damit wieder Neues entstehen kann. Das ist der Kreislauf des Seins. Für das Erschaffen neuen Raumes ist Kali da. Sie versinnbildlicht das Vergehen von Altem, aber auch von Bösem. Sie ist das heilige Feuer, das eine nährstoffreiche Fläche hinterlässt. Auf der Neues gedeihen kann.

    Kali und Jagua sind ein gutes Paar

    Kali ist symbolisch gesehen ein tolles Motiv für die Jagua-Farbe. Warum das so ist? Das Jagua Gel wird nach dem Einwirken zunächst entfernt. Und übrig bleibt – nichts. Kali fegt den Boden. Kali gestaltet neuen Raum. Nach der Zerstörung, nach dem Entfernen des Gels von der Haut, kann man beobachten, wie sich die Farbe mit der Zeit entwickelt. Immer dunkler, immer prächtiger lächelt die Göttin einem entgegen. Das ist die Belohnung fürs Zerstören.

    Jagua als Henna-Alternative

    Wem die rot-braune Farbe von Henna nicht so gut gefällt, sollte unbedingt einmal Jagua ausprobieren. Ganz ohne chemische, schädliche Zusatzstoffe könnt ihr ein temporäres Tattoo haben, das aussieht wie ein echtes. Wenn ihr euch einmal selber ans Kreativsein wagen möchtet, solltet ihr allerdings nicht sofort die Kali als Motiv wählen. Dafür könnt ihr aber gerne mit mir Kontakt aufnehmen 😉

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